Vorösterliches Konzert

Samstag, 16. April 2011
Kultur- und Festhalle Oberrot

Programm

Leitung: Siegmar Dierolf
Wolfgang Klenk
Engelbert Humperdinck
Arr. Andreas Schorer
Hänsel und Gretel
- Ouvertüre zur Oper -
Kurt Weill
Arr. Frank Bernaerts
Mackie Messer

- aus der Dreigroschenoper -
Kevin Houben Call of the Clans
- Treffen der Clans
in den schottischen Highlands -


* Pause *

Ernst Urbach
Arr. Andreas Schorer
Per aspera ad astra
Auf rauhen Wegen zu den Sternen
- Konzertmarsch -
Otto M. Schwarz Funk Attack
- Komposition im Big Band Stil -
Arr. Johnny Mercer Zwei Stücke im Swing Stil
- für Klarinette, Klavier und Schlagzeug -
Arr. Victor Lopez Cirque de Soleil
- Musik aus dem weltbekannten
kanadischen Zirkus -
Carl Teike
Arr. Andreas Schorer
Graf Zeppelin
- Konzertmarsch -


Mit freundlicher Unterstützung durch die LBBW-Stiftungen


Hänsel und Gretel

„Knusper, knusper, kneis-chen! Wer knuspert mir am Häuschen?“

„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“.

Sie kennen sicher alle das Märchen „Hänsel und Gretel“ der Brüder Grimm um ein Geschwisterpaar, das sich im Wald verirrt, und dort an eine bösen Hexe gerät. Deutlich weniger bekannt ist aber, dass es eine gleichnamige spätromantische Oper in drei Akten gibt, die in den frühen 1890er Jahren entstand. Die Musik stammt von Engelbert Humperdinck, das Libretto ist von seiner Schwester Adelheid Wette.

Hänsel und Gretel wurde am 23. Dezember 1893 in Weimar am Hoftheater unter Richard Strauss als Dirigent das erste Mal aufgeführt.

Die Ouvertüre könnte man auch als »ein Kinderleben« betiteln: Sie beginnt mit dem Schutzengelchoral, von Hörnern vorgetragen, geht dann über in das »Hokus Pokus«, welches wiederum der Melodie »Die Englein haben's uns im Traum gesagt« weichen muss, woran sich dann lustig »Die Hexerei ist nun vorbei« in fröhlichem E-Dur anschließt. Dann klingt wieder der Choral an, der sich mit den anderen bereits vorgestellten Melodien organisch verbindet und mit dem triumphierenden »Die Hokus-Pokus-Hexerei ist nun vorbei« glanzvoll in C-Dur abschließt.

Ich wünsche Ihnen einen märchenhaften Musikgenuss bei dieser wundervollen Ouvertüre!


Mackie Messer

Hänsel und Gretel sind aus der Gewalt der bösen Hexe befreit.

Mit einer Spielzeit der Oper von zwei Stunden ist der Zuhörer hier übrigens noch gut bedient: Richard Wagner kommt mit seinem spätromantischen Musikdrama „Der Ring des Nibelungen“ auf locker 16 Stunden Aufführungszeit. Wehe dem, der hier nicht ein anständiges Sitzfleisch mitbringt.

Um einige Größenordnungen lockerer geht es beim nächsten Stück zu.

Ein alles andere als angenehmer Zeitgenosse war Mackie Messer, der berüchtigte Gangster aus der Dreigroschenoper, der seine Opfer mit seiner Stichwaffe „eher unfreiwillig“ ins Jenseits beförderte.

Die Moritat von Mackie Messer ist der bekannteste und am meisten gecoverte Song aus der Dreigroschenoper aus dem Jahr 1928. Der Text stammt von Bertolt Brecht, die Musik wurde von Kurt Weill komponiert.

Viel Vergnügen!


Call of the Clans

„Call of the Clans“ nimmt Musiker und Zuhörer mit in die schottischen Highlands, eine Region voll zerklüfteter Gebirgszüge, grünen Hügeln, herrlichen Seen, Burgruinen und malerischer Dörfer, die alle eigene Clans beherbergen. Jeder dieser Clans konnte sich einst einer prächtigen folkloristischen Tradition rühmen, die mit Leib und Seele verteidigt wurde. So waren die wunderschönen Highlands nicht selten Schauplatz von Kriegen und Konflikten zwischen verschiedenen Clans.

In „Call of the Clans“ gibt der belgische Komponist Kevin Houben eine musikalische Auseinandersetzung im schottischen Stil wieder. Unter einem unheilvollen Himmel bereiten sich die Clans darauf vor, ihre Traditionen zu verteidigen, begleitet von Musik im schottischen Stil. Der bewölkte Himmel dämpft eine Zeit lang die Festivitäten, dann bricht aber die Sonne schüchtern durch die Wolken und wärmt das Land wieder auf, das Fest kann weitergeben. Die Clans stellen ihre besten Tänzer auf, und schliesslich endet die Konfrontation in einem großartigen Finale.

Nicht nur die schottischen Clans haben ihre Traditionen, auch bei uns ist es ein guter Brauch, unsere Gäste in der Pause zu verköstigen ...


Per aspera ad Astra

Den zweiten Programmteil wollen die Musikerinnen und Musiker mit einem weltweit sehr populären Marsch von Ernst Urbach beginnen. Der deutsche Komponist war Flötist bei verschiedenen Berliner Orchestern und geriet dort in den Bann der Tanzmusik. Er wurde bekannt als Komponist von schöner Salonmusik und melodiösen Märschen wie z.B. 'Flieger', 'Friedensglocken', 'Regina Queen' und 'Per Aspera ad Astra'..

„Per aspera ad astra, wörtlich: „Durch das Raue zu den Sternen“, ist eine lateinische Redewendung. Sie bedeutet: „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“ oder „Durch Mühsal gelangt man zu den Sternen“.

„Ohne Fleiß kein Preis“ war auch ein Motto bei der Vorbereitung dieses Konzerts, dem wir durch zahlreiche Musikproben und ein Probenwochenende    Rechnung getragen haben. Denn schliesslich haben „die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt“, „es fällt einem nichts in den Schoß“ und „von nichts kommt nichts“.

Doch nun genug der lehrerhaften Sprüche, ich darf wieder die Musik sprechen lassen und wünsche Ihnen gute Unterhaltung beim zweiten Programmteil.


Funk Attack

Schon immer haben wir bei den Vorösterlichen Konzerten des Musikvereins versucht, Ihnen, liebes Publikum, Musik aus verschiedenen Stilrichtungen, verschiedenen Ländern und zeitlichen Epochen zu Gehör zu bringen.

Naja, ehrlich gesagt machen wir das auch aus eigenem Interessen: Für den Dirigenten und die Musikerinnen und Musiker ist es immer wieder eine spannende Herausforderung, sich auf Neues einzulassen und sich in ungewohnten musikalischen Stilrichtungen zu versuchen.

Unserem Vizedirigent Wolfgang Klenk hat es dieses Jahr der „Funk“ angetan. „Funk“ ist der Oberbegriff für eine Spielart ursprünglich afroamerikanischer Musik, die sich Ende der 1960er Jahre aus verschiedenen Einflüssen des Soul, Rhythm and Blues und Jazz entwickelt hat. Der österreichische Komponist Otto Schwarz sammelte erstmals in den 80er Jahren Erfahrungen in dieser Stilrichtung, als er einige Nummern von berühmten amerikanischen Bands wie Earth, Wind & Fire, Tower of Power oder der britischen Slap-Ikone Mark King von Level 42 transkribierte. Herausgekommen ist eine Komposition im Big Band Stil, bei der das Orchester alle Register ziehen kann.

Viel Vergnügen mit „Funk Attack“


Zwei Stücke im Swing Stil

Wenn Sie beim vorangegangenen Stück angefangen haben, mit den Fingern zu schnippen oder den Füssen zu wippen dann seien Sie ganz beruhigt – das ist völlig normal.

Und das beste daran ist: Sie können gleich damit weitermachen!

Unsere Klarinettistin Tanja Wiesinger taucht in die die musikalische Welt des Swing ein, in die Welt des Benny Goodman oder eines George Gershwins.

Der amerikanische Komponist und Songwriter Johnny Mercer hat sich mit Evergreens wie „Moon River“ oder „One for My Baby“ einen Namen gemacht und gehört als vierfacher Oscar-Gewinner zu den profiliertesten Liedschreibern des 20. Jahrhunderts. Aus seiner Feder stammen die beiden Stücke im Swing Stil, die Sie gleich hören werden.

Tanja wird begleitet von Tabea Beermann am E-Piano und Pascal Graf am Schlagzeug.

Leg los Tanja!


Cirque du Soleil

Cirque du Soleil - französisch für „Zirkus der Sonne“ ist ein Zirkusunternehmen aus Montréal in Kanada, das weltweit für Zirkusunterhaltung der Spitzenklasse bekannt ist. Im Jahr 1984 gegründet beschäftigt das Unternehmen weltweit etwa 3800 Menschen, davon knapp 1000 Artisten.

Mit einem traditionellen Zirkus wie wir ihn alle kennen hat er aber nicht mehr viel gemeinsam: Er verzichtet auf klassische Zirkuselemente wie Tiernummern und Sägemehl und bietet stattdessen eine Mischung aus Artistik, Theaterkunst und Livemusik. Die Menschen zu berühren, ihre Vorstellungskraft zu beflügeln und ihre Sinne herauszufordern, ist der selbst gestellte Anspruch von Cirque du Soleil.  Die vielfältige Mischung unterschiedlicher Charaktere und die opulente Optik ziehen den Zuschauer in den Sog einer fantastischen Traumwelt.

Der Arrangeur Victor Lopez hat ein Medley der bekanntesten Titel aus verschiedenen Shows zusammengestellt, die sicherlich auch Sie in ihren Bann ziehen werden.

Und wenn Sie mehr davon wollen, den Flug nach Kanada können Sie sich sparen: Ab Herbst dieses Jahres gastiert „Cirque du Soleil“ mit der Show „Algeria“ in der Porsche Arena in Stuttgart.

Doch jetzt Vorhang auf für „Cique du Soleil“ !


Graf Zeppelin

Wir sind am Ende des Konzertprogramms angelangt, und möchten uns gerne mit dem Marsch „Graf Zeppelin“ von Ihnen verabschieden.

Die Ära der großen Zeppeline, der Giganten der Lüfte, ging bekanntlich mit einer Katastrophe zu Ende. Da bleibt mir nur zu hoffen übrig, dass dies für das Ende unseres diesjährigen Vorösterlichen Konzerts nicht der Fall sein wird.

Ganz im Gegenteil: Die Musikerinnen und Musiker sowie die Dirigenten würden sich freuen, wenn Sie stattdessen Luftsprünge vor Freude machen, oder den Raum mit Ihrem Applaus füllen würden, denn – das kann ich Ihnen versprechen – bei uns ist die Luft noch nicht ganz raus ...